Seit vielen Jahren beschäftigen ich mich mit der Restaurierung von zementgebundenen Beton- und Vorsatzmörteln. Die hieraus gewonnenen Erkenntnisse spielen bei der der Restaurierung von historischen Objekten eine große Rolle.

Die Meisten, zur Anwendung kommende Beton- und Vorsatzrezepturen werden zuvor in unabhängigen Laboren (z.B. MPA Karlsruhe) auf Eignung und Übereinstimmung zum historischen Ausgangsmaterial untersucht. Die hierfür notwendigen Prüfkörper werden direkt in Zusammenarbeit mit dem Labor gefertigt und bis zum festgelegten Prüftermin (Aushärtung nach Tagen) dort eingelagert.

Die unterschiedlichen Zusammensetzungen der verschiedenen regionalen Mörtel werden petrographisch ermittelt und bestimmen den Verlauf der Rezepturerstellung. Die Verwendung von Pigmenten geschieht nur in Ausnahmefällen. Es ist anzustreben, Mörtel mit verschieden farbigen Steinmehlen herzustellen. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass durch chemische und physikalische Prozesse im frischen und gealterten Mörtel eine nachträgliche Auswaschung und Farbinstabilität heraus kristallisiert. Der Zusatz von Arcylaten könnte diesen Prozess zum größten Teil stabilisieren, jedoch lehne ich derartige chemischen Hilfsmittel und Zusätze kategorisch ab. Eine natürliche Verwitterung und Wasseraufnahme gegenüber den Alt-Mörteln wäre somit eingeschränkt.

Einen großen Aufwand stellt die Beschaffung und Herstellung der Zuschlagskomponenten dar. Es ist nicht selten, dass in alten Steinbrüchen und Steinmühlen nach dem entsprechenden Material regelrecht gefahndet werden muss und von dort (oft hunderte von Kilometern entfernt) aus die Beschaffung beginnt. Oft sind die gesuchten Zuschläge Produkt eines industriellen Nebengewerbes oder gar Abfall. Diese Rohmaterialien werden bei mir gereinigt und entsprechend nach Korngröße fraktioniert. Sie können dann dem Produktionsprozess zugefügt werden.

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